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Teil 1 – Welche Nähmaschinenfüßchen gibt es und wie benutze ich sie?

Wir lieben Nähmaschinen

Teil 1 – Welche Nähmaschinenfüßchen gibt es und wie benutze ich sie?

Wir Ihr alle wisst, gibt es einige unterschiedliche Nähfüße im Zubehör der Nähmaschinen. Einige sind als Standartzubehör bereits beim Kauf Eurer Maschine dabei, andere bekommt Ihr als Sonderzubehör. Hier werde ich nach und nach versuchen einige Nähfüßchen zu erklären. Manche Füßchen werdet Ihr kennen, andere vielleicht noch nie gesehen haben.

Die Füßchen für die alten Geradstichmaschinen haben nur ein rundes Stichloch, die Füßchen für Zickzackmaschinen ein breites Stichloch .

Noch ein Hinweis : Nicht alle Füßchen die ich hier vorstelle gibt es für jedes Maschinenmodell ! Viele Füßchen passen aber „universal“ an einige Maschinen, das muß man dann einzeln ausprobieren. Aber nicht alle Füßchen machen an allen Maschinen Sinn…….

 

Zickzacknähfuß

Dieser Fuß ist bei Zickzackmaschinen immer dabei und ist auch meist montiert, wenn Ihr eine Maschine kauft. Diesen Fuß benötigen wir am häufigsten für die meisten anstehenden Näharbeiten. Er ist unser Standartnähfuß bei allen Maschinen (außer den Geradstichmaschinen) .

Geradstichnähfuß

Der Geradstichfuß ist der Standartfuß für Steppstichmaschinen. Und wird mit diesen auch für die meisten Arbeiten genutzt. Diesen Fuß gibt es aber auch zusammen mit einer Geradstichplatte für Zickzackmaschinen. In diesem Fall werden Beide (Nähfuß und Stichplatte) für Arbeiten mit besonders dünnem oder feinem Stoff benutzt. Der Geradstichnähfuß und die Stichplatte mit rundem Stichloch haben den Vorteil, dass dünne Stoffe wie z.B. Organza sich nicht so leicht in das Stichloch einziehen .

Säumernähfuß / Rollsaumfuß / Muschelsäumer

Den Säumernähfuß oder auch das Säumerfüßchen genannt benötigt man um einen gleichmäßigen schmalen Saum zu nähen. Diese Füßchen gibt es mit unterschiedlicher Schneckenbreite. Der Stoff wird in die Schnecke eingeführt und während des Nähens selbstätig zweimal umgeklappt und festgenäht. Sehr wichtig bei dieser Art Füßchen ist das gleichmäßige einführen des Stoffes in die Schnecke. Das erfordert ein wenig Übung.

Diese Füßchen gibt es mit rundem oder breitem Stichloch. Mit rundem Loch sind es die alten Säumerfüßchen ( es wird mit Steppstich genäht ) , mit breitem Stichloch sind es Rollsäumer ( es wird mit Zickzack genäht , kann aber auch als einfacher Säumer mit Steppstich benutzt werden ) und dann gibt es noch die Muschelsäumer für Trikotware, diese sind fast identisch mit dem Rollsäumer ( manchmal ist die Schnecke etwas anders geformt , es wird mit breitem und langem Zickzack genäht) .

Kappernähfuß

Mit diesem Nähfuß lassen sich einfach und schnell Kappnähte nähen . So wie wir es auch von den Seitennähten an Jeanshosen kennen. Dazu benötigt man zwei Schritte. Im ersten Schritt legt man die beiden Stoffstücke ca. 0,5cm versetzt aufeinander und führt die Stoffe so in den Fuß das die unterste Lage einmal nach oben umgeklappt wird. Im zweiten Schritt nähen wir diese Naht nochmal und zwar so das wir die beiden Stoffhälften nun glatt auslegen und die Naht noch einmal in den Fuß einführen , so das die vorhandene Naht flachgesteppt wird.

 

Knappkantnähfuß / Reißverschlussfuß

Der Knappkantnähfuß mit seinem Lineal ist ideal um in gleichbleibendem Abstand an der Stoffkante entlang zu nähen. Bei minimalem Abstand (Lineal bündig zum Fuß) zum knappkantigen absteppen, etwas weiter entfernt um evtl. eine parallele Stepplinie zu nähen. Dieses Füßchen benutze ich auch gerne gerade bei den älteren Maschinen ,wenn auf der Stichplatte keinen Abstandslinien mit cm-Angaben sind bzw. wenn das Füßchen schmaler ist als die „modernen“ Zickzackfüßchen. Denn damit kann ich z.B. auch gut eine Nahtzugabe von 1,5cm einstellen und brauche sie mir nicht auf den Stoff anzeichnen oder mir eine Markierung auf die Stichplatte malen.

Ohne Lineal ist dieser Fuß gut zum Reissverschluß einnähen zu benutzen , da man nahe an die Zähnchen des Reissverschlußes heran kommt.

Knopfannähfuß

Mit diesem Füßchen kann man sehr bequem Knöpfe (2 oder 4 Löcher) mit der Maschine annähen.

Näheres entnehmt ihr eurer Bedienungsanleitung. Denn je nach Maschinenmodell sind die Einstellungen und die Füßchen etwas anders.

Knopflochfuß

Mit dem Knopflochfuß lassen sich Wäscheknopflöcher mit der Maschine nähen. Auch hier schaut bitte in die Bedienungsanleitung eurer Maschine, weil die Vorgehensweise je nach Maschinenmodell variieren kann. Die neueren Maschinen mit Knopflochhalbautomatik (Mehrstufenknopfloch) bzw- Knopflochautomatik haben meistens eine Knopflochschiene dabei.

Ich mache Knopflöcher gerne mit einem Einlauffaden, das macht die Knopflöcher fester und haltbarer. Im Normalfall würde ich die Zickzackstiche noch enger wählen, hier sind sie wegen der besseren Sichtbarkeit etwas weiter auseinander.

Knopflochlineal Elna

Dieses Lineal wird mit an die Füßchenstange geschraubt um die Länge der Knopflöcher zu kontrollieren .

Stopffuß/Stickfuß

Diese Füßchen werden immer mit versenktem Transporteur und/oder Stopfplatte benutzt. Sie eignen sich zum flicken der Wäsche genauso wie zum freihandsticken. Wie ihr seht gibt es auch hiervon sehr viele verschiedene Ausführungen. Aber alle arbeiten nach dem gleichen Prinzip. Die Füßchen sind gefedert und der Haken wird über die Schraube der Nadelstange platziert. Die Füßchenstange muß immer abgesenkt sein. Ist die Nadel oben, berührt auch der Nähfuß nicht den Stoff. Bei einstechender Nadel wird der Nähfuß gegen den Stoff gedrückt und verhindert so Nadelbruch.

Bei älteren Maschinen gibt es keine Stopffüßchen im Zubehör , dort wird komplett ohne Füßchen gestickt/gestopft. Dazu wird nur ein sogenannter Stopfhaken in die Füßchenstange und die Kopfplatte eingehängt (Füßchenstange herablassen), ebenfalls wird der Transporteur versenkt und/oder eine Stopfplatte über den Transporteur geschoben.

Die Stopfplatte wird auch bei versenkbarem Transporteur gerne verwendet, da sich der Stoff, sofern er in einem Stickrahmen gespannt ist, etwas straffer auf der Stichplatte aufliegt.

Biesenfüße und Biesenplatten

Für manche Maschinen gibt es als Zubehör (je nach Modell bereits im Lieferumfang enthalten) sogenannte Biesenfüße mit Rillen und die dazugehörigen Biesenplatten (es gibt auch Maschinenmodelle die einen Biesenfinger in der Stichplatte integriert haben und diesen stufenlos verstellen können). Meist sind bei dem moderneren Maschinenzubehör nur die Füßchen zu bekommen(dann sind aber nur ganz schmale Biesen ohne Einlauffaden nähbar).  Hier habe ich jetzt die Biesenplatten einer Pfaff 337 (Freiarm) für dickere Biesen und das Sonderzubehör von Pfaff (Flachbett) für normale Biesen (diese Biesenplatten und Füße sind bei der Pfaff 130-115 und 130-14-115 als Standartzubehör dabei). Bei dem Sonderzubhör gibt es noch die passenden austauschbaren Nadelhalter für zwei Nadeln dabei, Zwillingsnadeln gab es damals noch nicht.

Knopflochstanzer

Mit diesem genialen Teil lassen sich die Knopflöcher einfach und präzise aufstechen ohne die Fäden zu verletzen.Es gibt zwei leicht austauschbare Messer die man je nach Größe des Knopfloches auswählt. Immer zu benutzen mit dem dazugehörigen Hartholzbrett.

Applikationsfuß

Das hier ist der Applikationsfuß von Pfaff. Bei anderen Maschinenmodellen können die etwas anders aussehen. Wegen seiner Aussparung in der Mitte ideal für Zierstiche oder Raupennähte .

Kurvennähfuß

Das hier ist der Kurvenähfuß von Pfaff. Diesen kann man gut wegen seiner Übersichtlichkeit bei schwierigeren Arbeiten oder zum aufnähen von Soutache verwenden .

Drahtaufnähfuß

Dies hier ist ein Drahtaufnähfuß der als Standartzubehör der Pfaff 337 (Hutmachermaschine) dabei ist. Wie der Name sagt zum aufnähen von Drähten oder aber auch für dicke Kordeln zu verwenden.

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